Pfingstfahrt nach Dömitz (Elbe)

Pfingsten 2014 – hübsch heiß sollte es werden und knapp 20 Kanuten des BKV haben sich auf den Weg nach Dömitz gemacht, um vom dortigen Wasserwanderzentrum aus Fahrten auf der Elbe zu unternehmen.

Ein Teil von uns hatte schon die Tour an Himmelfahrt nach Sternberg mitgemacht und sich von dort aus nach Dömitz begeben. Die anderen kamen nach und nach am Freitag nachmittag am Wasserwanderzentrum an.

Genauso unterschiedlich war auch die Beteiligung an der ersten Fahrt am Sonnabend, die von Schnackenburg bis zum WWZ Dömitz führte. Genau genommen sind wir nicht in Schnackenburg gestartet, sondern vom Fähranleger am gegenüber liegenden Ufer. Was von der Kilometerzahl jedoch auf das selbe hinausläuft.

Das Wetter war herrlich, tatsächlich hübsch heiß und dennoch ab und zu mit leichter, kühlender Brise. Die Elbe hatte eine flotte Eigenströmung, so dass auch ohne Paddelschlag eine Geschwindigkeit von 4-5 km/h möglich gewesen wäre. So war es auch der jüngsten Kanutin mit ihren acht Jahren möglich, gut mitzuhalten. Vermutlich hat der Einsatz der Schleppleine vom väterlichen Boot auch ein wenig dazu beigetragen.

Angesichts der großen Hitze und der mitfahrenden Kinder haben wir an dem Tag die Strecke mit zwei Pausen unterteilt. An beiden Pausenstellen ließ sich gut ein- und aussteigen und es war sowohl Sonne als auch Schatten vorhanden, also für jeden etwas dabei. Die Kinder fingen zum Teil gleich an, im Sand am Wasser zu graben und zu spielen.

Pause unter schattigen Bäumen

Pause unter schattigen Bäumen

Wieder auf dem Wasser konnten wir links und rechts am Ufer zahlreiche Reiher, Störche, Milane und sogar fünf Adler beobachten. So wurde die Fahrt nicht langweilig und es gab immer etwas zu sehen.

Am Nachmittag kam dann Dömitz in Sicht, schon von weitem gut zu erkennen an der historischen Eisenbahnbrücke und dem hohen Gebäude im Hafen, das sowohl Hotel und Café beherbergt. Letzteres im obersten Stockwerk auf 40 Metern Höhe, so dass man dort einen tollen Ausblick rund herum genießen kann.

Bei Flusskilometer 504 befindet sich die Einfahrt in den Dömitzer Hafen, den eine Schleuse und eine Wehranlage von der dahinter liegenden Alten Edle bzw. dem Ende der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) trennt. Da unsere Zelte und Wohnwagen am Wasserwanderzentrum standen und damit von der MEW aus zu erreichen sind, stand uns noch eine Schleusung bevor. Für ein oder zwei Kajaks würde ein Schleusenwärter seine Tore nicht öffnen, aber für eine Gruppe von 14 Kajaks macht er es dann doch. So konnten einige von uns ihre erste Schleusung erleben und waren entsprechend beeindruckt.

Das Warten in der heißen, stehenden Luft vor der Schleuse und dann die langsame Füllung des Schleusenbeckens zog sich hin. Angesichts der Hitze begann der eine oder andere bunte Bilder vor Augen zu sehen…

Farbspiele in der Schleuse

Farbspiele in der Schleuse

Nach der Schleuse fuhren wir in die Marina und waren endlich angekommen.

Nun ging das große Saubermachen los, erst die Boote, dann  die Paddler. Einige Autos mussten noch aus Schnackenburg geholt werden, andere begannen mit dem Vorbereiten des Abendessens. Es wurde gemeinschaftlich gegrillt und danach saßen wir noch lange beieinander, unterhielten uns oder spielten miteinander. Höhepunkt des Abends war zweifelsohne das große Feuerwerk, dass – vermutlich für eine private Feier – am Hafen abgebrannt wurde und von unserem Platz aus gut zu beobachten war.

Am nächsten Morgen wurden zwei Autos und Bootsanhänger in aller Frühe nach Hitzacker gebracht, unserem Tagesziel. Um 08:15 Uhr waren die Autofahrer zurück, konnten frühstücken und sich mit den anderen gemeinsamen auf die Fahrt vorbereiten.

Um 10 Uhr saßen alle in den Booten und fuhren zur Schleuse. Wieder hieß es geduldig sein, doch diesmal war es (noch) nicht so heiß wie am Vortag. Doch schon beim Ausfahren vom Hafen auf die Elbe konnte man merken, dass dieser Tag noch wärmer werden würde als der davor. Wir waren eine Stunde früher auf dem Wasser, doch die Temperatur war jetzt schon höher. Der Wind vom Vortag blieb aus bzw. kam von hinten, so dass kaum Kühle zu spüren war.

Wieder ließen wir es ruhig angehen, die Jüngste wurde streckenweise geschleppt, fuhr aber auch mehr und mehr  ohne Hilfe und hatte ihr Boot schon viel besser Griff als gestern. Um die Mittagszeit wurde eine große Pause gemacht, in der wir an diesem heißen Tag zum Teil auch zur Abkühlung in die Fluten sprangen. Entweder mit Badehose oder was an geeigneter Kleidung zur Verfügung stand. Erfrischt wurde dann der mitgebrachte Proviant verzehrt und noch hier und da ein Auge zugedrückt. Die Kinder spielten im Sand und am Wasser.

Natur beiderseits am Ufer

Natur beiderseits am Ufer

Die zweite Etappe verlief wie die erste und so kamen wir gegen halb drei am Nachmittag in Hitzacker an. Der sehenswerte Ort war voll mit pfingstsonntäglichen Besuchern und wir waren froh, unsere Boote auf kurzem Weg auf die vorgebrachten Anhänger verladen zu können. Während der eine Teil von uns noch unbedingt ein Eis brauchte, um sich auf den Rückweg machen zu können, sehnten sich die anderen mehr nach der kühlen Dusche.

Am Abend waren wir alle im Hafenrestaurant verabredet und haben lecker gegessen. Insbesondere die Fassbrause in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen hatte es einigen von uns angetan, so dass wir mit reicher Beute ausgestattet wieder zu Zelt und Wohnwagen zurück fanden. Der Abend wurde wieder in trauter Runde beendet, nur dass heute so manchem die Augen etwas vorzeitig zufielen.

Am Montag morgen war es zunächst neblig, dann fing es noch an zu regnen. Gegen 10 Uhr ließ der Regen dann aber nach, so dass doch noch Zelte, Boote, Autos und Wohnwagen gepackt und verladen werden konnten. Am späten Nachmittag kamen die Autos mit den Anhänger am Bootshaus an, wo sie schon empfangen und gemeinsam entladen wurden. Damit war die Pfingsttour des BKV zuende.

Das Paddelrevier an diesem Teil der Elbe bietet Möglichkeit für ausgedehnte Fahrten auch größerer Länge. Links und rechts gibt es viel zu sehen, insbesondere die Vogelwelt ist beeindruckend. Trotz des tollen Wetters hielt sich die Begegnung mit Motorbooten in Grenzen. Die, die wir trafen, waren durchweg rücksichtsvoll. Die Berufsschifffahrt ist ebenfalls überschaubar gewesen. Das Wasserwanderzentrum bietet außer einer Stellplatzwiese mit Münzautomaten für Elektro- und Wasserversorgung und einfachen sanitären Einrichtungen nicht viel Infrastruktur. An diesem heißen Pfingstwochenende waren viele Wohnmobilisten auf dem Platz und die Verfügbarkeit sauberen Sanitäranlagen kam an ihre Grenzen. Die Einkaufsmöglichkeit mit einem Discounter auf der anderen Straßenseite und Bäckereien im Ort ist gut. Selbst am Feiertag konnten im Backshop einer Tankstelle Brötchen gekauft werden. Die Hafengastronomie mit Restaurant, Café und Beach Club bietet Möglichkeiten, den eigenen Kocher kalt zu lassen. Für ein Paddelwochenende abseits der hochfrequentierten Feiertage ist Dömitz ein reizvolles Ziel.

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