Anpaddeln 2009 auf der Este PDF Drucken E-Mail

Am vergangenen Sonntag, dem 22.03. wurde die diesjährige Paddelsaison mit der tradtionellen ersten Fahrt auf dem Hausgewässer des Buxtehuder Kanu Vereines, der Este, begonnen. Acht unerschrockene Paddlerinnen und Paddler wollten dem kalten Wetter trotzen, darunter drei Kinder und Jugendliche.

 

Man traf sich um 09:00 Uhr am Bootshaus, belud den Anhänger mit Booten und Ausrüstung und fuhr zur Einsatzstelle nach Hollenstedt. Ein Fahrzeug wurde auf der Hälfte der Flussstrecke in Moisburg platziert, um eventuell bereits dort die Fahrt zu beenden. Bei nur 9° C Lufttemperatur und stürmischen Böen versprach der Wetterbericht auf jeden Fall keine Besserung.

In kurzer Zeit waren alle Boote abgeladen, die Ausrüstung verstaut und die Gruppe bereit zur Abfahrt. Schon auf dem ersten Kilometer waren einige Stellen zu passieren, an denen Bäume oder größere Äste, von den Winterstürmen gefällt, in den Flusslauf hineinragten. Die mitgebrachten Handsägen leisteten gute Dienste und verschafften uns immer die erforderliche Durchfahrt. Einer nach dem anderen tastete sich unter den Bäumen unterdurch, immer gesichert durch zwei Paddler links und rechts oder vor un hinter dem Hindernis.

Kurz hinter der Brücke der Estetalstraße, noch auf dem Stadtgebiet von Hollenstedt, passierte dann, was alle gerne vermieden hätten. Eine Jungpaddlerin wurde mit ihrem Boot von der Strömung in die Außenkurve gegen einen Baum gedrückt. Instinktiv, aber leider falsch, neigte sie sich vom Hindernis weg, bekam Oberwasser auf das Deck und wurde von der Strömung sofort gekentert. Ihr Vater war nur eine Bootslänge entfernt, konnte sie innerhalb von Sekunden greifen und sicher auf sein Boot ziehen.

Angesichts der Wassertemperaturen von geschätzt 6-7° C war das Geschrei trotz der warmen Kleidung natürlich groß. In Windeseile ging es daher ans gegenüberliegende Ufer, um die nassen Kleider schnellstens auszuziehen. Jetzt zeigte sich, wie wichtig es gewesen war, in der Wintersaison die Sicherheit im, auf und am Wasser im Hallenbad zu trainieren. Das Schwimmen in Kleidern, das Kentern, Bergen und Lenzen der Boote war an fünf Terminen im Aquarella immer wieder geübt worden.

Die mitgebrachte Lenzpumpe half nun, das Boot soweit zu leeren, dass es das steile Ufer hinaufgezogen werden konnte. Als wären sie ein eingespieltes Team hatte eine andere Mutter in der Zwischenzeit dem Mädchen beim Umziehen geholfen. Warme Getränke und beruhigende Worte hatten geholfen, den Schrecken zu überwinden.

Trotzdem wollten die Paddler das Risiko einer weiteren Kenterung, dann aber ohne trockene Reservekleidung, nicht eingehen. Vater und Tochter brachen die Tour an dieser Stelle ab und machten sich auf den Rückweg zur Einsatzstelle. Schon nach kurzer Zeit erreichten sie ihr Auto und fuhren heim. Zuhause angekommen ging es für das Mädchen zügig in die warme Badewanne.

Der Rest der Gruppe fuhr die Este ohne weitere Zwischenfälle weiter flussabwärts bis nach Moisburg. Dort wurden sie vom Vater der "Bademeisterin" in Empfang genommen, der ja die beiden zurück gelassenen Boote noch abholen musste. Das Aufladen der Boote auf den Trailer ging flott von der Hand, denn niemand wollte ohne Not noch länger dem eisigen Wind ausgesetzt sein, der inzwischen zugenommen hatte.

Wieder am Bootshaus angekommen, wurden Boote und Material abgeladen, gereinigt und verstaut. Hand in Hand ging auch dies schnell vonstatten, so dass wenig später den Weg in ihr jeweiliges warmes Wohnzimmer antreten konnten.

Fazit: Zum Anpaddeln war es zu kalt, der Termin lag dieses Mal sehr früh im Jahr. Ein späterer Saisonbeginn hätte die Kenterung zwar nicht verhindert, aber etwas erträglicher gemacht. Die Erfahrung die man braucht, um die Kenterung an einem Hindernis zu vermeiden, kann man letztlich nur draußen auf dem Bach sammeln. Zwischenfälle wird man daher nicht immer vermeiden können. Hilfreich ist auf jeden Fall das regelmäßige und intensive Training von Grenzsituationen. Dann bleiben die Zwischenfälle ohne tragische Folgen.

Die Jungpaddlerin hat nicht einmal einen Schnupfen davon getragen und freut sich schon auf die nächste Paddeltour. Dann hoffentlich bei angenehmeren Temperaturen.